Toxikologie des 21. Jahrhunderts

 
Es gibt zwei zwingende Gründe Tierversuchen ein Ende zu setzen:
 
Sie sind grausam – Die meisten Sicherheitsprüfungen an Tieren werden ohne Anästhetika oder Analgesie durchgeführt und toxische Substanzen können unermessliches Leid über längere Zeiträume verursachen. Selbst wenn Vorschriften Mindeststandards für Unterbringung und Haltung fordern, kann dadurch die von Labortiere täglich erlebte Angst und Bedrängnis nicht beseitigt werden.
 
Sie sind ineffektiv – Die Biochemie, Physiologie, Größe und Lebensdauer von Tieren unterscheidet sich je nach Art (und sogar Rasse) und beeinflusst die Toxizität von Testsubstanzen. Substanzen die für Mäuse oder Ratten als sicher gelten, sind es vielleicht nicht für Menschen und anders herum. Manche Chemikalien, die nach Tierversuchen zugelassen wurden, waren für Menschen schädlich und mussten aus dem Verkehr gezogen werden.

 

Toxikologie des 21. Jahrhunderts

 

Toxikologie des 21. Jahrhunderts ist eine neue Art der Sicherheitsprüfung, die die Aufmerksamkeit von Aufsichtsbehörden, Toxikologen, Aktivisten und Unternehmen in der ganzen Welt erregt. Möglich geworden ist sie dank der Fortschritte in den Bereichen Biologie, Genetik, Informatik und Robotik.

Die Toxikologie des 21. Jahrhunderts konzentriert sich auf sogenannte Toxizitätspfade, die Sequenzen der molekularen Veränderungen im Inneren von Körperzellen die auf Kontakt mit toxischen Chemikalien folgen. Da diese molekularen Pfade für verschiedene Gruppen von Chemikalien und verschiedene toxische Wirkungen erläutert werden, wird die Computertechnik dabei helfen, die wichtigsten Schritte zu identifizieren, die verwendet werden können, um Prüfverfahren ohne Tierversuche zu entwickeln.

Viele dieser neuen Tests werden automatisch durchgeführt, kostengünstigere Chemikalienbewertungen ermöglichen und außerdem dabei helfen, Rückstande der ungeprüften Substanzen aufzuarbeiten. Sie sind für Menschen von höherer Relevanz (als die Verwendung von Mäusen, Ratten und Hasen) und werden die eigentlichen Ursachen der Toxizität aufdecken.

Im Gegensatz zu Verfahren mit Tierversuchen, werden die neuen Tests dabei helfen, die menschliche Variabilität und die differentiellen Auswirkungen auf Embryos, Kinder und Erwachsene vorauszusehen. Sobald die übergeordnete wissenschaftliche Grundlage des neuen Ansatzes anerkannt ist, werden längst überholte Tierversuche mit diesem neuen Verfahren ersetzt werden.

Der Black-Box-Preis in Höhe des gesamten jährlichen Fonds (£250,000) wird jedes Jahr denjenigen angeboten, denen ein wichtiger Durchbruch in der Forschung in menschliche Toxizitätspfade gelingt.

Weitere Informationen zur Toxikologie des 21. Jahrhunderts:

Humane Society International (vidéo)

National Academy of Sciences Einführung (3pp pdf)

Humantoxikologieprojekt-Dokument (2pp pdf)

US National Academy of Sciences (Book 196pp)